Blog - Die perfekte BARF-Ration: Portionierung für gesunde Hunde und Katzen
Die perfekte BARF-Ration: Portionierung für gesunde Hunde und Katzen
Eine ausgewogene Ernährung ist die Grundlage für Gesundheit, Vitalität und Lebensfreude – nicht nur beim Menschen, sondern auch bei Hunden und Katzen. Die biologisch artgerechte Rohfütterung (BARF) orientiert sich an der natürlichen Nahrung von Wildtieren und ermöglicht eine bedarfsgerechte, frische und kontrollierbare Fütterung.
Doch wie berechnet man eine ausgewogene BARF-Ration, die alle Nährstoffe abdeckt, und worauf muss man bei Portionsgrössen und Zusammensetzung achten? In diesem Beitrag erfahren Sie Schritt für Schritt, wie Sie das perfekte BARF-Menü für Ihr Tier zusammenstellen – einfach, sicher und mit Unterstützung von Barfland, Ihrem Schweizer BARF-Spezialisten.
1. Grundprinzip der BARF-Ration
Eine BARF-Mahlzeit orientiert sich am Aufbau eines Beutetieres. Sie besteht aus tierischen und pflanzlichen Komponenten, ergänzt durch gesunde Fette, Öle und Mineralstoffe.
Als Faustregel gilt:
- 70–80 % tierische Bestandteile
- 50 % Muskelfleisch
- 15 % Pansen oder Blättermagen (bei Hunden)
- 15 % rohe, fleischige Knochen
- 10 % Innereien (davon etwa 5 % Leber)
- 20–30 % pflanzliche Bestandteile
- Gemüse, Obst, Kräuter
- Gemüse, Obst, Kräuter
Diese Aufteilung stellt sicher, dass Ihr Tier alle wichtigen Makro- und Mikronährstoffe enthält. Von Eiweiss und Fett bis hin zu Vitaminen, Spurenelementen und Ballaststoffen.
2. Die richtige Portionsgrösse berechnen
Die korrekte Portionierung ist entscheidend für die Gesundheit Ihres Tieres. Zu kleine Mengen führen zu Mangelerscheinungen, zu grosse Mengen zu Übergewicht und Verdauungsproblemen.
Die Berechnung basiert auf dem Idealgewicht, nicht zwingend dem aktuellen Körpergewicht. Wenn Ihr Hund über- oder untergewichtig ist, orientieren Sie sich am Zielgewicht.
Grundformel:
Körpergewicht(in g) × 0.02 – 0.03 = Tagesfuttermenge(in g)
Beispiel:
Ein 20 kg Hund → 20'000 g × 0.03 = 600 g Futter pro Tag
Hinweis: Bei kleinen Rassen (< 10 kg) kann der Bedarf bei 3–4 %, bei grossen Rassen (> 40 kg) bei 1.5–2.5 % liegen.
Für eine präzise Berechnung empfehlen wir den BARF-Rechner von Barfland, der Faktoren wie Alter, Aktivität und Gesundheitszustand berücksichtigt.
3. Lebensphasen und Aktivitätslevel
Der Nährstoff- und Energiebedarf verändert sich mit Alter und Bewegung. Die folgende Übersicht hilft bei der individuellen Anpassung:
|
Lebensphase / Aktivität |
Anteil am Körpergewicht |
Beschreibung |
|
Welpen |
4–8 % |
Hoher Energiebedarf, 3–4 Mahlzeiten täglich, wöchentlich anpassen |
|
Junghunde |
3–5 % |
Wachstumsphase, Bedarf langsam reduzieren |
|
Erwachsene Hunde |
2–3 % |
Stabiler Energiebedarf, meist 2 Mahlzeiten pro Tag |
|
Senioren |
1.5–2.5 % |
Reduzierter Energiebedarf, leichter verdauliche Rationen |
|
Geringe Aktivität |
2–2.5 % |
Für ruhige oder kastrierte Hunde |
|
Normale Aktivität |
2.5–3 % |
Für durchschnittlich aktive Familienhunde |
|
Hohe Aktivität (Sport, Arbeit) |
3–6 % |
Für sehr aktive Hunde oder Arbeitstiere |
Tipp: Ändern Sie Portionsgrössen immer schrittweise (10–15 % pro Woche), um Verdauungsprobleme zu vermeiden.
4. Die Bedeutung der einzelnen Komponenten
Muskelfleisch
Liefert Eiweiss und Energie. Ideal sind Rind, Huhn, Pute, Pferd oder Lamm. Achten Sie auf einen Fettanteil von 15–25 %.
Pansen und Blättermagen
Eine wichtige Quelle für Enzyme und probiotische Kulturen stärkt die Verdauung.
Innereien
Reich an Vitaminen und Spurenelementen (v. a. Leber = Vitamin A).
Empfehlung: 10 % der Gesamtration, davon 5 % Leber.
Knochen oder Kalziumquellen
Sorgen um die Knochen- und Zahngesundheit. Alternative bei Unverträglichkeit: Eierschalenpulver, Algenkalk, Knochenmehl.
Gemüse und Obst
Ballaststoffe und Vitamine: 80 % Gemüse, 20 % Obst.
Nur püriert oder leicht gegart verfüttern, da Hunde Zellwände sonst schwer aufspalten.
Öle und Fette
Liefern essentielle Fettsäuren.
- Optimal: Lachsöl, Leinöl, Hanföl (Omega-3-Quelle)
- Vermeiden: Sonnenblumen-, Distel-, Maiskeimöl (zu viel Omega-6 → Entzündungsfördernd)
5. Beispiel einer ausgewogenen BARF-Ration (Hund, 20 kg)
|
Komponente |
Anteil |
Menge / Tag |
|
Muskelfleisch |
50 % |
250 g |
|
Pansen / Blättermagen |
15 % |
75 g |
|
Rohe, fleischige Knochen |
15 % |
75 g |
|
Innereien (davon 5 % Leber) |
10 % |
50 g |
|
Gemüse & Obst |
10 % |
50 g |
|
Öle & Zusätze |
– |
1–2 TL |
Gesamt: 500–600 g täglich, auf 2 Mahlzeiten verteilt.
Tipp: Eine Aufteilung von 40 % morgens / 60 % abends unterstützt die Verdauung und imitiert das natürliche Fressverhalten.
6. Praktische Portionierung im Alltag
Eine präzise und alltagstaugliche Portionierung ist der Schlüssel zur Routine.
Hilfreiche Tipps:
- Nutzen Sie eine digitale Küchenwaage für exakte Mengen.
- Vorportionieren und Einfrieren: So bleibt die Ration frisch und spart Zeit.
- Verwenden Sie Messbecher für bekannte Zutaten.
- Führen Sie ein Futtertagebuch oder Fotos der Rationen, um Mengen besser einschätzen zu lernen.
- Füttern Sie das Fleisch stets bei Zimmertemperatur, nie eiskalt.
7. Häufige Fehler bei der Portionsberechnung
Auch bei korrekter Berechnung können typische Fehler auftreten:
- Überfütterung: Betteln ist kein Hungerzeichen. Beobachten Sie die Körperkondition.
- Ungleichgewicht der Komponenten: Zu viel Fleisch, zu wenig Innereien → Nährstoffmangel.
- Zu häufige Anpassungen: Portionsänderungen immer langsam vornehmen.
- Gewichtskontrolle vernachlässigt: Wiegen Sie Ihren Hund 1× pro Monat.
- Saisonale Schwankungen ignoriert: Im Winter 10–20 % mehr Energiebedarf, im Sommer oft weniger Appetit.
8. Ergänzungen und Zusätze
Auch bei einer ausgewogenen Ration können gezielte Zusätze sinnvoll sein:
- Seealgenmehl → natürliche Jodquelle
- Bierhefe → B-Vitamine für Haut & Fell
- Flohsamenschalen / fermentiertes Gemüse → Darmflora-Unterstützung
- Hagebuttenpulver → Vitamin C
Barfland-Tipp:
Im Barfland-Shop finden Sie abgestimmte Ergänzungen und natürliche Zusätze, die die BARF-Fütterung optimal abrunden.
9. Mini-Exkurs: BARF-Portionen für Katzen
Auch Katzen profitieren von BARF, benötigen jedoch ein anderes Verhältnis:
- 80–90 % Muskelfleisch,
- 10–14 % Innereien,
- 5 % Gemüse, kein Obst.
Gesamtfuttermenge: 3–3.5 % des Körpergewichts (z.B. 5 kg Katze → 150–175 g pro Tag).
Katzen haben einen höheren Proteinbedarf und vertrauen keine kohlenhydratreichen Bestandteile wie Getreide oder stärkehaltiges Gemüse.
10. Fazit
Eine ausgewogene BARF-Ration ist kein Zufallsprodukt, sondern ein Ergebnis von Wissen, Sorgfalt und Erfahrung. Mit der richtigen Verteilung der Komponenten, angepassten Portionsgrössen und hochwertigen Produkten schaffen Sie die Grundlage für ein gesundes, langes Tierleben.
Nutzen Sie den BARF-Rechner von barfland.ch, um die ideale Ration zu berechnen, und entdecken Sie im Shop alles für eine ausgewogene, natürliche Tierernährung.
FAQ
Wie oft sollte ich die Portionsgrösse überprüfen?
Einmal pro Monat genügt es, bei Welpen wöchentlich.
Wie erkenne ich, ob die Portion stimmt?
Rippen fühlbar, aber nicht sichtbar, gleichbleibendes Gewicht, geformter Kot.
Kann ich die Tagesration auf eine Mahlzeit verteilen?
Möglich, jedoch sind zwei Mahlzeiten verdauungsfreundlicher.
Welche Öle sind empfehlenswert?
Lachsöl, Hanföl und Leinöl, da sie Omega-3-Fettsäuren für Haut und Fell liefern.
Muss ich alles täglich abwiegen?
Anfangs, ja, mit der Zeit entwickelt sich ein gutes Augenmass.