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Kann BARF Haut und Fell von innen verbessern?

Haut und Fell reagieren direkt auf die Ernährung. Omega-3-Fettsäuren (EPA und DHA) sind dabei am besten wissenschaftlich belegt: Mehrere kontrollierte Studien zeigen, dass sie Juckreiz, Hautläsionen und Schuppenbildung bei Hunden mit atopischer Dermatitis reduzieren können. BARF bietet den praktischen Vorteil, diese Fettsäuren gezielt und steuerbar zuzuführen. Ob das bei einem individuellen Hund zu Verbesserungen führt, hängt von der Ursache der Hautprobleme, der Zusammensetzung der Ration und dem Gesundheitszustand ab.

 

Quick-Facts:

 

  • Omega-3 (EPA/DHA): Der am besten belegte Nährstoff für Haut und Fell. Am besten Lachsöl, fetter Fisch. Leinöl reicht nicht aus.
  • Haut als Spiegel: Laut Veterinary Practice News (2026) ist Haut- und Fellqualität eines der sichtbarsten Zeichen der Gesamtgesundheit.
  • Geduld erforderlich: Erste Verbesserungen zeigen sich erfahrungsgemäss nach 4-8 Wochen. Ein volles Bild entsteht erst nach 2-3 Fellwechseln.

 

Inhaltsverzeichnis

 

  • Haut und Fell als Spiegel der Ernährung
  • Hautprobleme beim Hund: Wann ist Ernährung die Ursache?
  • Omega-3-Fettsäuren: Was die Wissenschaft sagt
  • Zink, Vitamin A, Vitamin E: Mikronährstoffe mit grosser Wirkung
  • BARF Fellpflege: Welche Öle wirklich helfen
  • BARF Haarqualität: Was die Fellstruktur beeinflusst
  • BARF als Basis für die Ausschlussdiät bei Allergien
  • Praktische BARF-Ration für Haut und Fell
  • Wann BARF allein nicht ausreicht
  • Fazit
  • FAQs
  • Quellen

 

Haut und Fell als Spiegel der Ernährung

Die Haut ist das grösste Organ des Hundes und gleichzeitig eines der ersten, das auf Nährstoffmangel oder Unverträglichkeiten reagiert. Stumpfes Fell, Schuppen, Juckreiz oder ein fahles Haarkleid sind häufig keine primär dermatologischen Probleme, sondern ernährungsbedingte Signale.

 

Dr. Jason Gagné, DACVIM (Nutrition), schreibt in Veterinary Practice News (2026): Haut- und Fellqualität sind unter den sichtbarsten Zeichen der allgemeinen Gesundheit eines Tieres. Hunde können wegen stumpfem Fell, Schuppenbildung oder verstärktem Haarverlust vorgestellt werden, Beobachtungen, die oft tieferliegende Probleme in Ernährung, Barrierefunktion oder früher allergischer Hauterkrankung anzeigen.

 

Das bedeutet konkret: Wer an Haut und Fell etwas verbessern will, muss zuerst an der Ernährung ansetzen, nicht zuletzt an der Zusammensetzung des täglichen Futters.

 

Hautprobleme beim Hund: Wann ist Ernährung die Ursache?

Nicht jeder Juckreiz, jede Schuppenbildung und jedes stumpfe Fell hat eine ernährungsbedingte Ursache. Parasiten, Umweltallergien, Pilze oder hormonelle Erkrankungen können dieselben Symptome verursachen. Tierärztliche Abklärung steht immer zuerst.

Typische Zeichen, die auf die Ernährung hinweisen können

Chronischer Juckreiz besonders an Pfoten, Ohren und Bauch, Schuppen ohne erkennbare äussere Ursache, wiederkehrende Ohrenentzündungen und stumpfes oder fahles Fell sind Symptome, die häufig ernährungsbedingt mitbedingt sind, ohne dass das immer die alleinige Ursache ist.

Ernährungsbedingte Hautprobleme vs. Umweltallergien

Ein nützliches Unterscheidungsmerkmal: Ernährungsbedingte Symptome treten ganzjährig und saisonunabhängig auf. Umweltallergien schwanken oft mit den Jahreszeiten. Futtermittelunverträglichkeiten entwickeln sich schleichend. Ein Hund kann ein Futter monatelang gut vertragen, bis sich über wiederholte Exposition eine Sensibilisierung aufgebaut hat.

Hot Spots: Ernährung als Mitauslöser

Hot Spots (pyotraumatische Dermatitis) entstehen fast immer als Folge einer auslösenden Ursache: Flohspeichelallergie, Parasiten oder chronischer Juckreiz durch Futtermittelunverträglichkeit. Wer Hot Spots wiederholt beobachtet, sollte auch die Ernährung als möglichen Mitauslöser prüfen lassen. Ein Hot Spot erfordert zuerst tierärztliche Behandlung. Ernährungsanpassungen wirken in der Nachphase, nicht als Akutmassnahme.

 

Omega-3-Fettsäuren: Was die Wissenschaft sagt

Von allen ernährungsbezogenen Faktoren für Haut und Fell sind Omega-3-Fettsäuren, insbesondere EPA (Eicosapentaensäure) und DHA (Docosahexaensäure), am besten untersucht.

Was die Studien zeigen

Das Pet Evidence Project (2026) hat 13 peer-reviewte Studien zu Omega-3/Omega-6 und Hautgesundheit beim Hund ausgewertet und bewertet die Evidenz mit Grad B (moderate Evidenz): Es gibt eine moderate Evidenz für Omega-3/Omega-6-Supplementierung für verbesserte Haut- und Fellgesundheit bei Hunden. Dies zeigte sich hauptsächlich in der Fähigkeit, tierärztlich verschriebene Medikamente zu reduzieren.

 

Konkrete Studienergebnisse:

 

Eine randomisierte, doppelblinde, placebokontrollierte Studie (de Santiago et al., 2021) zeigte bei Hunden mit atopischer Dermatitis nach 60 Tagen Fütterung eines Omega-3/Omega-6-angereicherten Futters eine Reduktion der Hautläsionswerte um 49 Prozent und eine Reduktion des besitzerbewerteten Juckreizes um 46 Prozent, während die Kontrollgruppe keine signifikante Veränderung zeigte.

 

Eine weitere Studie (Schäfer & Thom, 2024) zeigte bei atopischen Hunden, die Omega-3/Omega-6 zusammen mit Oclacitinib erhielten, verbesserte Juckreizwerte, bessere Fellqualität und eine mögliche Dosisreduktion des Medikaments.

 

Laut Veterinary Practice News (2026) erläutert Dr. Gagné den Mechanismus: Langkettige Omega-3-Fettsäuren (EPA, DHA) modulieren Entzündungswege und stabilisieren Membranen, was zur Homeostase der Haut bei gesunden Tieren beiträgt und als wertvolles Adjuvans dient, wenn Entzündungen vorliegen.

Warum Leinöl allein nicht ausreicht

Ein Vergleich der Omega-3-Quellen (Lindqvist et al., 2023) zeigte, dass Fisch und Krill den caninen Omega-3-Index signifikant erhöhten, während Leinöl dies nicht tat. Der Grund: Hunde können pflanzliches ALA nur schlecht in EPA und DHA umwandeln. Für die Haut- und Fellwirkung braucht es direkte EPA/DHA-Quellen wie Lachsöl, fetter Fisch oder Algenöl. Leinöl und Hanföl sind sinnvolle Ergänzungen, aber kein Ersatz.

Wichtige Einschränkungen

Laut Pet Evidence Project (2026) ist Omega-3-Supplementierung am besten als ergänzende Therapie in ausgewählten Fällen von kaniner allergischer Hauterkrankung unter tierärztlicher Aufsicht einzusetzen, nicht als eigenständige Behandlung. Als isoliertes Supplement war es nicht mit einer Verbesserung von Hautläsionen aus den verfügbaren Studien assoziiert.

 

Zink, Vitamin A, Vitamin E: Mikronährstoffe mit grosser Wirkung

Neben Fettsäuren spielen drei weitere Nährstoffe eine zentrale Rolle für Haut und Fell.

Zink

Laut Veterinary Practice News (2026) ist Zink entscheidend für den Keratinozyten-Umsatz, den Fettsäurestoffwechsel, die Immunfunktion und die Wundheilung. Ungefähr 20 Prozent des gesamten Körperzinks befinden sich in der Haut, insbesondere in verhorntem Gewebe. Mangel kann Parakeratose, Schuppenbildung und ein glanzloses Fell verursachen.

 

Im BARF-Plan liefern Muskelfleisch, Innereien (besonders Rinderleber) und Geflügel relevante Mengen an Zink. Bei Hunden nördlicher Rassen wie Siberian Huskies oder Alaskan Malamutes kann eine Zink-responsive Dermatose auftreten, die spezifischer tierärztlicher Begleitung bedarf.

Vitamin A

Vitamin A reguliert den follikulären Umsatz und die epitheliale Differenzierung. Sowohl Mangel als auch chronische Überversorgung sind dermatologisch schädlich: Mangel zeigt sich als follikuläre Hyperkeratose, Überversorgung als trockene, schuppige Haut und Haarausfall.

 

Im BARF-Plan ist Rinderleber eine der reichsten natürlichen Vitamin-A-Quellen. Deshalb gilt: Leber maximal 5 Prozent der Gesamtration, nicht täglich.

Vitamin E

Laut Veterinary Practice News (2026) ist Vitamin E entscheidend, um PUFA-reiche Membranen zu schützen, und muss möglicherweise erhöht werden, wenn die Gesamtaufnahme von PUFAs steigt, zum Beispiel bei Fischöl-angereicherten Rationen oder fettreichen Diäten.

 

Wer seinem Hund regelmässig Lachsöl gibt, sollte sicherstellen, dass auch Vitamin E ausreichend vorhanden ist, etwa über Seealgenmehl, Kürbiskerne oder ein Ergänzungsmittel.

 

BARF Fellpflege: Welche Öle wirklich helfen

Öle sind die wirkungsvollste und gleichzeitig am häufigsten falsch eingesetzte Ergänzung in der BARF-Fellpflege.

Lachsöl: Die stärkste Evidenz für Fell und Haut

Lachsöl liefert EPA und DHA direkt. Es ist für die Haut- und Fellwirkung die sinnvollste Wahl. Wichtig: Qualität und Frische entscheiden. Ranziges Öl erhöht oxidativen Stress statt ihn zu reduzieren. Lachsöl kühl und dunkel lagern, innerhalb von 4-6 Wochen nach Anbruch verbrauchen.

 

Beim Lachs-Öl von Hitzegrad kannst du den EPA/DHA-Gehalt pro Tagesdosis direkt auf der Produktseite einsehen. Das entscheidet darüber, wie viel dein Hund tatsächlich erhält.

Leinöl: Gut für Fell, nicht für Gelenkwirkung

Leinöl liefert ALA, das der Hund kaum in EPA und DHA umwandeln kann. Als Ergänzung für Fellglanz und allgemeine Gesundheit ist es sinnvoll, als Ersatz für Lachsöl bei Hautproblemen aber unzureichend.

Hanföl: Entzündungshemmend über anderen Weg

Hanföl enthält Gamma-Linolensäure (GLA) und hat einen entzündungshemmenden Effekt über einen anderen Mechanismus als Omega-3. Als Ergänzung sinnvoll, nicht als Einzelmassnahme.

Seealgenmehl: Jod und natürliche Mikronährstoffe

Seealgenmehl liefert Jod, das über Fleisch allein nicht ausreichend abgedeckt wird, und weitere Spurenelemente. Es ist kein Öl, aber eine wichtige Ergänzung in der BARF-Fellpflege, weil Jodmangel Fellprobleme begünstigen kann.

 

 

Übersicht Öle für die BARF-Fellpflege

 

Öl

Omega-3-Typ

Eignung für Haut/Fell

Hinweis

Lachs-Öl Hitzegrad

EPA + DHA direkt

Sehr gut, stärkste Evidenz

Frisch halten, EPA/DHA-Gehalt auf Produktseite prüfen

BARF-Öl Fresco.dog

EPA + DHA + ALA-Mix

Gut, All-in-One

Enthält Lachsöl und Dorschlebertran

Leinöl

ALA

Gut für allgemeinen Fellglanz

Kein EPA/DHA-Ersatz

Hanföl

GLA + ALA

Ergänzend, nicht allein

Über anderen Mechanismus wirksam

 

BARF Haarqualität: Was die Fellstruktur beeinflusst

Haarqualität beim Hund bedeutet: Glanz, Textur, Dichte und Wachstum. All das ist direkt ernährungsabhängig.

Protein ist das Fundament

Laut Veterinary Practice News (2026) besteht Haar zu ungefähr 95 Prozent aus Protein. Die Erfüllung des Aminosäurebedarfs ist notwendig für normale Keratinisierung, Pigmentierung und follikuläres Cycling. Methionin und Cystein (schwefelhaltige Aminosäuren) werden stark in das Haar eingebaut; Phenylalanin und Tyrosin treiben die Melaninsynthese an.

 

Im BARF-Plan ist hochwertiges Muskelfleisch die Grundlage für gute Haarqualität. Wer zu wenig Protein füttert oder qualitativ schlechte Proteinquellen einsetzt, wird die Fellqualität langfristig verschlechtern, egal wie viel Öl ergänzt wird.

Fellwechsel: Warum Nährstoffbedarf saisonal steigt

Während des Fellwechsels steigt der Nährstoffbedarf des Körpers deutlich. Mehr Protein wird für die Bildung neuer Haare benötigt, Omega-3 kann den Juckreiz während der Wechselphase reduzieren. Wer seinen Hund während des Fellwechsels beobachtet, sollte in dieser Zeit die Lachsöl-Gabe überprüfen und gegebenenfalls anpassen.

Nährstoffmangel erkennen

Typische Zeichen eines Nährstoffmangels, der die Haarqualität beeinflusst:

 

Symptom

Mögliche Ursache

Stumpfes, glanzloses Fell

Omega-3-Mangel, Proteinmangel

Schuppen, trockene Haut

Omega-3-Mangel, Zinkmangel

Veränderung der Fellfarbe

Mangel an Phenylalanin, Tyrosin, Kupfer

Übermässiger Haarausfall ausserhalb Fellwechsel

Schilddrüsenproblem, Zinkmangel, Proteinmangel

Brüchiges, sprödes Fell

Aminosäuremangel, Vitamin-A-Überversorgung

 

Wichtig: Diese Symptome haben nicht immer eine Ernährungsursache. Anhaltende Veränderungen der Fellqualität sollten tierärztlich abgeklärt werden.

 

BARF als Basis für die Ausschlussdiät bei Allergien

Wenn eine Futtermittelunverträglichkeit als Ursache für Hautprobleme vermutet wird, ist BARF das beste Fundament für die Ausschlussdiät.

Warum BARF für die Ausschlussdiät geeignet ist

Wer barft, weiss exakt, was im Napf landet. Proteinquellen lassen sich klar trennen, Zutaten sind einzeln kontrollierbar, Kreuzkontaminationen mit anderen Proteinen können ausgeschlossen werden. Das ist bei Verdacht auf Unverträglichkeit der entscheidende Vorteil gegenüber industriellem Fertigfutter mit oft unvollständiger Deklaration. Mehr zur Unterscheidung von Fertig-BARF und Eigenkomposition findest du im Blog Fertiges BARF vs. Selbstgemacht: Was sind Vor- und Nachteile?

 

Wie die Ausschlussdiät bei BARF funktioniert

  1. Tierärztliche Abklärung zuerst, andere Ursachen ausschliessen
  2. Eine einzige neue, bisher nicht eingesetzte Proteinquelle wählen (z. B. Wild, Lamm oder Pferd)
  3. Diese Proteinquelle konsequent 8-12 Wochen füttern, ohne Ausnahmen
  4. Keine Leckerlis aus anderen Quellen
  5. Erst wenn sich Besserung zeigt, schrittweise eine weitere Zutat einführen

 

Das Menu WILD von barfland.ch oder der Spezial-Mix Fisch eignen sich als Ausgangspunkt für Hunde, die bisher wenig Wild oder Fisch erhalten haben.

 

Praktische BARF-Ration für Haut und Fell

Eine BARF-Ration, die gezielt Haut und Fell unterstützen soll, unterscheidet sich in einigen Punkten von einer Standardration.

Was gezielt einzuplanen ist

Lachsöl täglich oder 4-5x pro Woche: Die wichtigste Einzelmassnahme. EPA und DHA aus Lachsöl sind die Grundlage für Hautbarriere und Fellglanz. Menge nach Produktdeklaration und Körpergewicht, tierärztliche Rücksprache bei Erkrankungen.

 

Fisch 1-2x pro Woche: Lachsbauchstreifen oder Lachs gewolft als eigenständige Mahlzeit. Nicht zusammen mit anderen Fleischsorten in derselben Mahlzeit.

 

Rinderleber maximal 1-2x pro Woche: Wichtige Quelle für Vitamin A, Zink und Vitamin B. Nicht täglich, maximal 5 Prozent der Gesamtration. Die Rinderleber-Würfel von barfland.ch sind portioniert und einfach zu dosieren.

 

Seealgenmehl täglich: Jodversorgung, die über Fleisch allein nicht abgedeckt wird.

 

Proteindiversität: Mindestens 3 verschiedene Proteinquellen wöchentlich für eine ausgewogene Aminosäureversorgung.

 

Beispiel-Wochenrotation (15-kg-Hund, Fokus Haut und Fell)

 

Tag

Hauptkomponente

Ergänzung

Montag

Pansen-Mix + TK-Gemüse

Lachsöl, Seealgenmehl

Dienstag

Lachs gewolft

Seealgenmehl

Mittwoch

Menu WILD

Lachsöl

Donnerstag

Rindfleisch + Rinderleber-Würfel

Seealgenmehl

Freitag

Gans-Komplett

Lachsöl

Samstag

Lachsbauchstreifen

Seealgenmehl

Sonntag

Fertig BARF Rind + TK-Gemüse

Lachsöl

Wie lange bis zur Verbesserung?

Erste sichtbare Verbesserungen (mehr Glanz, weniger Schuppen) zeigen viele Halter erfahrungsgemäss nach 4-6 Wochen. Ein wirklich stabiles Bild entsteht erst nach 2-3 Fellwechseln. Hautprobleme, die sich über Monate aufgebaut haben, brauchen Zeit zur Regeneration.

 

Wann BARF allein nicht ausreicht

BARF-Hautpflege ist keine Therapie, sondern eine ernährungsphysiologische Grundlage. Es gibt Situationen, in denen Ernährung allein nicht die Lösung ist.

 

Atopische Dermatitis ist eine genetisch beeinflusste Erkrankung, bei der Ernährung als begleitende Massnahme sinnvoll, aber kein Ersatz für veterinärmedizinische Behandlung ist. Laut Veterinary Practice News (2026) sollte Ernährung bei atopischen Hunden als Stabilisator kommuniziert werden, der die Intensität von Schüben reduziert, nicht als Heilmittel.

 

Parasiten, Pilze, hormonelle Erkrankungen verursachen dieselben Symptome wie ernährungsbedingte Hautprobleme. Ohne tierärztliche Abklärung riskiert man, an der eigentlichen Ursache vorbeizugehen. Wie eine schrittweise Umstellung auf BARF sicher gelingt, erklärt der Blog Wie Barfen die Verdauung und Darmflora von Haustieren fördert.

 

Hunde mit Nierenerkrankungen oder anderen Stoffwechselproblemen benötigen individuell angepasste Rationen. Eine pauschale BARF-Hautpflege-Ration greift hier nicht.

 

Welpen haben andere Bedürfnisse. Lachsöl-Gabe bei Welpen sollte auf die Gesamtration abgestimmt werden, nicht pauschal nach Körpergewicht dosiert.

 

Fazit

Hautpflege beginnt im Napf. Das ist kein Marketingversprechen, sondern eine ernährungsphysiologische Realität, die durch mehrere kontrollierte Studien gestützt wird.

 

Was gut belegt ist: Omega-3-Fettsäuren (EPA und DHA) aus Lachsöl oder fettem Fisch können bei Hunden mit Juckreiz, Schuppen und atopischer Dermatitis als begleitende Massnahme Verbesserungen bringen. Was wichtige Unterstützer sind: Zink, Vitamin A und Vitamin E aus einer ausgewogenen BARF-Ration. Was nicht belegt ist: ein grundsätzlicher Vorteil von BARF gegenüber jeder anderen Fütterungsform für Haut und Fell.

 

Der praktische Vorteil von BARF liegt in der Steuerbarkeit: Lachsöl gezielt einsetzen, Proteindiversität sichern, Innereien ausgewogen einplanen, bei Verdacht auf Unverträglichkeit eine saubere Ausschlussdiät durchführen. Das ist sinnvoll, wenn die Ration korrekt zusammengestellt ist und tierärztliche Abklärung bei anhaltenden Problemen nicht ersetzt wird.

 

Starte heute mit einer bedarfsdeckenden BARF-Ration für Haut und Fell. Der kostenlose BARF-Rechner auf barfland.ch zeigt dir die richtige Tagesmenge für deinen Hund, in unter 5 Minuten. Bei Hautproblemen, Allergieverdacht oder anhaltenden Fellveränderungen sollte die Ration zusätzlich tierärztlich geprüft werden.

 

Jetzt BARF-Ration berechnen

 

 

FAQs

Wie lange dauert es, bis BARF Hautpflege das Fell meines Hundes verbessert?

 

Erste sichtbare Verbesserungen wie mehr Glanz und weniger Schuppen berichten viele Halter nach 4-6 Wochen, wenn die Ration konsequent umgestellt wurde. Ein stabiles Bild entsteht erst nach 2-3 Fellwechseln. Das ist keine Schwäche von BARF, sondern die biologische Realität: Hautbarriere und Fellstruktur brauchen Zeit zur Regeneration.

 

Welches Öl ist bei BARF Fellpflege am sinnvollsten?

 

Für die direkte Wirkung auf Haut und Fell sind EPA und DHA entscheidend. Lachsöl liefert diese direkt. Leinöl liefert ALA, das der Hund kaum umwandeln kann, und ist allein nicht ausreichend bei Hautproblemen. Wer kein Lachsöl einsetzt, kann Algenöl als Alternative wählen, das ebenfalls DHA direkt liefert.

 

Kann BARF Juckreiz beim Hund dauerhaft beseitigen?

 

Das hängt von der Ursache ab. Ist der Juckreiz ernährungsbedingt (Futtermittelunverträglichkeit, Omega-3-Mangel), kann BARF mit gezielter Ration und Ausschlussdiät langfristige Verbesserungen bringen. Ist die Ursache eine Umweltallergie, genetisch bedingte Atopie oder Parasiten, ist Ernährung eine unterstützende, keine heilende Massnahme.

 

Was ist der Unterschied zwischen Lachsöl und BARF-Öl für die Haut?

 

Lachsöl liefert ausschliesslich EPA und DHA aus Lachs. Das BARF-Öl von Fresco.dog kombiniert mehrere Öle inklusive 40% Lachsöl und Dorschlebertran. Für Hunde mit Hautproblemen ist ein Produkt mit klar deklariertem EPA/DHA-Gehalt pro Tagesdosis die sinnvollste Wahl. Diesen Wert auf der jeweiligen Produktseite prüfen.

 

Mein Hund hat Schuppen, obwohl ich schon barfe. Was tun?

 

Schuppen trotz BARF können mehrere Ursachen haben: zu wenig EPA/DHA (Lachsöl-Menge prüfen), zu wenig Zink, externe Faktoren (trockene Raumluft, zu häufiges Baden), oder eine Futtermittelunverträglichkeit gegen eine eingesetzte Proteinquelle. Wenn die Schuppen nach 6-8 Wochen gezielter Anpassung nicht besser werden, ist tierärztliche Abklärung nötig.

 

Hilft BARF bei Hot Spots?

 

Hot Spots entstehen fast immer durch eine auslösende Ursache: Flohspeichelallergie, Parasiten oder chronischer Juckreiz. Eine Futtermittelunverträglichkeit kann über Juckreiz indirekt zur Entstehung beitragen. BARF mit gezielter Ausschlussdiät kann bei ernährungsbedingtem Juckreiz helfen. Ein akuter Hot Spot erfordert immer zuerst tierärztliche Behandlung.

 

Quellen

  • Pet Evidence Project (2026): Omega-3 & Omega-6 für Hundehaut, Evidence Grade B (Moderate Evidence). petevidenceproject.com
  • Pet Evidence Project (2026): Fish Oil (Omega-3), Skin/Coat. petevidenceproject.com
  • Veterinary Practice News Canada (2026): The importance of diet in derm health. Dr. Jason Gagné, DVM, DACVIM (Nutrition). veterinarypracticenews.ca
  • de Santiago et al. (2021): Randomized, double-blind, placebo-controlled clinical trial measuring the effect of a dietetic food on dermatologic scoring and pruritus in dogs with atopic dermatitis. BMC Vet Res. PMC
  • Schäfer & Thom (2024): A placebo-controlled, double-blind study evaluating the effect of orally administered polyunsaturated fatty acids on the oclacitinib dose for atopic dogs. Vet Dermatol. PubMed
  • Lindqvist et al. (2023): Comparison of fish, krill and flaxseed as omega-3 sources to increase the omega-3 index in dogs. Vet Sci. PubMed
  • Popa et al. (2011): Analysis of epidermal lipids in normal and atopic dogs, before and after administration of an oral omega-6/omega-3 fatty acid feed supplement. Vet Res Commun. PubMed
  • SciELO (2025): Assessment of the effects of the BARF diet on the health of dogs. scielo.br
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